Praxis für Musik-/Psychotherapie Christine Kukula - Newsdetail

08.06.2018
Publikationen

Musiktherapie im Hospiz

Aus der Praxis einer Musiktherapeutin.


Text: Christine Kukula, Fotos: Christine Kukula und Lisa Schmitt

Fotos: Christine Kukula und Lisa Schmitt

Fotos: Christine Kukula und Lisa Schmitt

Oceandrum

Oceandrum

Sansula

Sansula

Klangschalen und Gesang

Klangschalen und Gesang

Webseite Sankt-Barbara-Hospiz-Bous

Webseite Sankt-Barbara-Hospiz-Bous

Christine Kukula erzählt: Seit einem Jahr besuche ich nun jeden Donnerstag die Hospizgäste des St. Barbara Hospizes. Musiktherapie hat viele Gesichter und Spielarten. Grundlage bildet die therapeutische Beziehung. Jede Begegnung ist einzigartig. Der Begriff der Musik ist sehr weit gefasst: das können gestaltete Klänge von Instrumenten und der Stimme sein, bestimmte Musikstücke, aber auch naturnahe Klänge oder Geräusche wie das Kratzen auf dem Fell einer Trommel ... So einzigartig die Begegnungen, so vielfältig und vielseitig sind auch die Instrumente, die im Rahmen der Musiktherapie gespielt werden oder erklingen. Der Wagen voller Instrumente weckt immer wieder die Aufmerksamkeit der Gäste und Besucher und lädt ein, das eine oder andere Instrument einfach mal auszuprobieren. Welcher Klang, welches Instrument in der Begegnung gerade passt und seine Wirkung entfalten kann, dies zu erkennen und anzuwenden ist die Aufgabe der Musiktherapeutin.

Oceandrum

Der Klang der Oceandrum erinnert, wie der Name vermuten lässt, an die Wellen des Meeres. In Gesprächen über das, was im Leben Freude bereitet hat, wo jemand Kraft schöpfen konnte, kommt die Sprache oft auf Urlaube und insbesondere auf Aufenthalte am Meer. In einer von der Musiktherapeutin angeleiteten Entspannung und Klangreise rufen die Klänge der Oceandrum die Erinnerung an früher gemachte Strandspaziergänge beim Zuhörenden wach. „Es ist als sei ich wirklich dort gewesen. Ich habe den Wind und die Wärme der Sonne gespürt...“ so die Rückmeldung einer Bewohnerin des Hospizes. Tatsächlich ist es auch so: indem wir uns eine Situation intensiv bildlich vorstellen, d.h.imaginieren, sind dieselben Hirnareale aktiv, die auch bei der tatsächlichen Ausführung der Aktivität im Einsatz sind. So kann eine Klangreise dieser Art zum ganzheitlichen Erlebnis auf der körperlichen und seelischen Ebene werden. Körper und Seele können sich entspannen. Wenn Angehörige anwesend sind, ermöglicht eine solche Klangreise ein gemeinsames Erlebnis, das wiederum Anlass zum Austausch bietet.

Sansula

Ursprünglich aus dem afrikanischen Kulturkreis stammend, wurde das Instrument vom Instrumentenbauer Peter Hokema entwickelt und patentiert. Der Klang der Sansula wird oft mit dem Klang einer Spieluhr verbunden. In gleichmäßigem Rhythmus gespielt, kann auch dieses Instrument tiefe Entspannung ermöglichen. Die Sansula ist leicht zu spielen und hat auch schon die eine oder andere Angehörige dazu motiviert, mit der Musiktherapeutin zusammen für den Hospizgast zu spielen. Die vorgestellten Instrumente finden hauptsächlich ihre Anwendung im Rahmen von Entspannungs- und Klangreisen. Welche Instrumente im aktiven Spiel von Hospizgast und Musiktherapeutin zum Tragen kommen, welche Wirkung aktives Spiel entfalten kann - das wird Thema in einem der nächsten Newsletter sein. Ein herzliches Dankeschön an das Musikhaus Knopp, Saarbrücken, das die Anschaffung der Instrumente ebenfalls durch eine Spende gefördert hat.

Klangschalen und Gesang

Klangschalen ziehen oft schon durch ihr Äußeres Aufmerksamkeit auf sich. Die golden glänzenden Schalen werden als etwas Besonderes wahrgenommen, oft auch mit Spirituellem verbunden. Der Klang der Klangschalen ist lang anhaltend, fein und dennoch Raum füllend. Auf den Körper aufgestellt oder auch neben den Körper gestellt, sind feine Vibrationen spürbar. Die gleichmäßige Schwingung der Schalen lässt viele Zuhörende tief entspannen. Innere Unruhe, etwas aus der Ordnung Geratenes kann sich ausrichten und zur Ruhe kommen. Durch die Entspannung können Schmerzen gelindert werden.

Das hat gut getan. Ist was für die Seele.

Diesen Satz äußert Frau K. am Ende einer Klangbehandlung. Sie wäre gerne in die Messe gegangen, fühle sich aber zu schwach dazu. Bei den Klängen der Klangschalen und dem Gesang der Musiktherapeutin konnte Frau K. Ruhe und Unterstützung für ihre Seele finden ...

 

 

 






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